
SCRM Guard Lieferketten-Briefing | KW 42
Neue Zusagen aus China, mehr Materialengpässe in Teilen der Industrie und zusätzliche EU-Sanktionen: drei Entwicklungen für den Einkauf.
01 | China will Exportlizenzen weiter erleichtern In der gemeinsamen Erklärung vom 9. Oktober erklärt sich China bereit, Lizenzen für Seltene Erden und Permanentmagnete für Lieferungen in die EU über den bestehenden Fast-Track weiter zu erleichtern. [1] Für Hersteller von Motoren, Antrieben und deren Zulieferer ist das relevant. Kürzere Lieferzeiten sind damit noch nicht belegt. Offene Lizenzfälle mit Lieferanten abgleichen und Lieferpläne erst auf Basis konkreter Genehmigungs- und Versandbestätigungen anpassen.
02 | Materialengpässe nehmen wieder zu Laut ifo-Veröffentlichung vom 12. Oktober fehlten im September 14,6 % der deutschen Industrieunternehmen Vorprodukte, nach 13,3 % im August. Bei Elektronik und optischen Erzeugnissen waren es 37,8 %; auch die Chemie meldet mehr Engpässe. In der Metallerzeugung entspannte sich die Lage dagegen. [2] Entscheidend ist die eigene Teileliste: Für kritische Komponenten bestätigte Liefertermine und Reichweiten prüfen, statt Bestände pauschal zu erhöhen.
03 | EU erweitert Russland-Sanktionsliste Der Rat hat am 12. Oktober 826 russische Unternehmen und 743 Führungspersonen zusätzlich gelistet. Darunter sind Zulieferer für Elektronik, Kommunikationstechnik und Optik. [3] Für die Gelisteten gelten Vermögenssperren und ein Verbot der direkten oder indirekten Bereitstellung wirtschaftlicher Ressourcen. Einkauf und Compliance sollten aktuelle Listen in den Geschäftspartnerabgleich übernehmen und mögliche indirekte Verbindungen prüfen lassen, bevor offene Vorgänge weiterlaufen.
Quellen: [1] https://ec.europa.eu/commission/presscorner/api/files/document/print/en/statement_26_2122/STATEMENT_26_2122_EN.pdf [2] https://www.ifo.de/fakten/2026-10-12/materialengpaesse-der-industrie-nehmen-wieder-zu [3] https://www.consilium.europa.eu/en/press/press-releases/2026/10/12/russia-s-war-of-aggression-against-ukraine-eu-agrees-largest-ever-package-of-listings-targeting-almost-1600-individuals-and-entities-in-russia-s-military-industrial-complex/

